Konzept der AAP®
Die AAP® strebt eine Balance an zwischen
- individuellem, authentischem Ausdruck
- ökonomischer Körper-, Atem, Stimm-
und Artikulationstechnik
- optimaler, situationsgerechter Wirkung
beim Sprechen und Singen in jedem Anwendungsfeld und auf
jedem Anspruchsniveau.
Sie bietet mit den Erfahrungen aus mehr als einem halben
Jahrhundert einen reichen Fundus an Übungen und Leitlinien
für umfassende Trainings, Coachings und Therapien.
Sie gliedert sich in die fünf Themenbereiche Intention,
Körpersprache, Atmung, Stimme, Artikulation, die aber niemals
isoliert betrachtet werden sondern immer in ihrem ständigen
Wechselspiel.
Damit ist diese Arbeit mit Atem und Stimme weit mehr als
eine Übungssammlung oder ein methodisches Konzept. Die
Arbeitsweise der AAP® zeichnet sich aus durch die
ständige Suche nach den selbstorganisatorischen
Kräften, den bereits vorhandenen, aber womöglich
nicht optimal genutzten Ressourcen und einem möglichst
schnellen und nachhaltigen Transfer in das Alltagshandeln. Sie dient
einer grundsätzlichen Orientierung für gesundes und
überzeugendes Sprechen, Singen, Musizieren und Bewegen und
deren Vermittlung in Pädagogik und Therapie.
- Intention: Ziel aller Bemühungen ist die
Sprech- und Singhandlung als eine belebende Beziehungsaufnahme zwischen
Individuum und Umwelt in einem intentionalen Prozess. Übungen
einzelner Phänomene treten folglich in den Hintergrund. Jede
Übung ist kommunikativ eingebunden und „macht
Sinn“. Die AAP® fordert und fördert
insbesondere die Orientierung an der eigenen aktuellen
psychosomatischen Befindlichkeit sowie am Kommunikationspartner und
mündet im Motto: „Offenbleiben in Erwartung der
Antwort”. Zielsetzungen lauten: gelassene Präsenz,
konsequente Sprech- und Singbereitschaft, angemessener Situationsbezug,
direkter Partnerkontakt, ständige Zielorientierung.
- Körpereinsatz: Körperspannung und
–bewegung, Gestik und Mimik sind unmittelbarer Ausdruck
unserer Intention und gleichzeitig Intrument für Atem, Stimme
und Artikulation. Jede sprecherische und gesangliche Leistung gelingt
technisch besser und wirkt authentischer, wenn sie vom
körpersprachlichen Ausdruck getragen wird. Ein
Höchstmaß an Flexibilität von Spannung und
Bewegung bietet dafür die beste Voraussetzung.
Zielsetzungen lauten: Spannungsregulation, Aufrichtung, Balance,
Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten, Impulskraft,
Reaktionsschnelligkeit, dynamische Körpersprache
- Atmung: Im Mittelpunkt der Arbeit nach
Coblenzer/Muhar steht das “Abspannen”, eine
reflektorische Zwerchfellbewegung, die durch eine bestimmte
Artikulationsweise ausgelöst wird und zu einer schnellen,
geräuschlosen und unwillkürlichen
Atemergänzung führt. Das Abspannen fördert
die psychophysische Wachheit und wirkt auf Intention und
Körperspannung zurück. Die so erreichte
Erhöhung des Tonus bewirkt eine Inspirationstendenz. Im
Idealfall führt dies zu einer Sprechhaltung, die durch
„ständiges Inspiriertsein” gekennzeichnet
ist. Beim Sprechen und Singen führt dies zur so genannten
Inspiratorischen Gegenspannung (gemeinhin:
„Stütze”), die einen gezügelten
Anblasedruck im Kehlkopf zur Folge hat und für einen langen
Ausatem sorgt.
Zielsetzungen lauten: Mundatmung beim Sprechen und Singen, Lippen- und
Kieferlockerung, schnelle, geräuschlose und
unwillkürliche Atemergänzung, gezügelter
Ausatem, druckarme Stimmgebung
- Stimme: Ein bei der Inspirationstendenz geweiteter
Körper und ein gezügelter Ausatemstrom
ermöglichen eine belastbare, klare und klangvolle Stimme bei
maximaler Entlastung der Kehlkopfmuskulatur. Die Kongruenz von
dynamischer Körpersprache und Stimmeinsatz fördert
den klanglichen Facettenreichtum sowie maximale
Lautstärkeentwicklung
Zielsetzungen lauten: gesunde mittlere Tonhöhe,
großer Stimmumfang, facettenreiche Klänge,
große dynamische Breite, Körperresonanz,
inhaltsunterstützende Betonung und Sprechmelodie
- Artikulation: Die Verständlichkeit beim
Sprechen und Singen hängt in erster Linie von der
Präzision der Artikulation ab. Konsonanten erfordern dabei in
der Regel mehr Aufmerksamkeit als die Vokale. Der gezügelte
Ausatem führt zu weniger Nebengeräuschen. Die Bildung
aller Sprachlaute möglichst weit vorn im Sprechapparat bewirkt
einen „Schalltrichtereffekt“, der auch bei
Lärm und auf Entfernung den Inhalt verlässlich
transportiert. Ökonomische Sprechabläufe bewahren vor
Überartikulation einerseits und Nuscheln andererseits. Eine
solche Artikulation bringt ein Tempo und einen Rhythmus mit sich, die
einem stressfreien und hörerfreundlichen Sprechen und Singen
besonders dienen.
Zielsetzungen lauten: dezente, präzise, mühelose
Artikulationsbewegungen, die Atmung und Stimmgebung
unterstützen und in allen Sprech- und Gesangssituationen dazu
führen, mühelos verstanden zu werden