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Atemrhythmisch Angepasste Phonation

  • Gesunde Stimme auch im Stress?

  • Authentisch rüberkommen?

  • Erfolgreich sprechen?

  • Sympathisch klingen?

  • Begeisternd singen?

  • Mit Stimme bewegen?

Bei uns sind Sie richtig!

Deutsche Vereinigung für Atemrhythmisch Angepasste Phonation
(nach Coblenzer/Muhar) e.V.

  • was alles zum erfolgreichen
    Sprechen und Singen beiträgt
  • wann, wo und wie Sie
    die AAP nutzen können
  • wer dabei behilflich ist
  • wie Sie sich austauschen können
  • wie Sie sich fort- und weiterbilden können
  • was aktuell los ist

AAP – Authentizität und Verantwortung

von Uwe Schürmann

Torsten Schröder und ich waren eingeladen, am 9. Juni im Rahmen der stimme.at-Akademie über die „AAP und ihre Relevanz heute“ zu sprechen. Dabei erhielten wir sehr positive Resonanz auf unsere aktuellen Praxisbeispiele aus Sprechkunst, Stimmpädagogik und Rhetorik. In Meetings, Vorträgen, selbst in Videokonferenzen können wir auf der Basis der Leitgedanken und Übungsprinzipien schnelle Aha-Erlebnisse hervorrufen und mit Hilfe „einfacher“ Übungen alltagstaugliche Lernprozesse gestalten. Deutlich wurde von den Teilnehmenden rückgemeldet, dass sie anhand unserer Darstellungen die AAP nicht als die Summe atem- und sprechtechnischer Einzeltechniken verstanden, sondern als ein ganzheitliches Konzept.

AAP – Authentizität

Diese ganzheitliche Sichtweise können wir so skizzieren: Wenn wir atemrhythmisch angepasst phonieren, dann sprechen und singen wir so, wie es unserem Atem jetzt gerade entspricht. Und dabei ist der Atem in unseren gesamtkörperlichen Zustand eingebunden: wir atmen, sprechen und singen also auch haltungs-, spannungs- und bewegungsangepasst. Da unsere körperlichen Aktivitäten immer Ausdruck unserer momentanen geistig-seelischen Verfassung sind, sprechen wir auch so, wie wir uns gerade fühlen: wohl oder unwohl, offensiv oder selbstbezogen, raumgreifend und dynamisch oder eng und angespannt. Wenn wir dann in allen diesen Aspekten kongruent agieren, wirken wir in der Regel authentisch. Das kann dann aber durchaus bedeuten, dass unsere Stimme müde und matt klingt. Sprechen und Singen beginnt eben im Kopf.

Für bestimmte Herausforderungen oder für unsere eigenen Ansprüche reicht das aber nicht immer aus. Wollen wir also eine nachhaltige Leistungssteigerung erzielen, schaffen wir das nur auf der Basis einer konsequenten, kraftsparenden Ökonomie. Und für eine optimierte Wirkung müssen wir zusätzlich ziel- und partnergerichtet sprechen und singen. Vielleicht müssen wir dann sogar unsere kommunikative Haltung in Frage stellen. Wenn wir auf unseren Körper, den Atem und die Stimme achten wie auch auf die Wirkung unseres Ausdruckes, erkennen wir möglicherweise eigene Denkweisen und emotionale Muster, die uns in manchen Situationen eher schaden als nutzen.

AAP – kommunikative Sensibilität

Und da sind wir bei einem in dieser Zeit höchst relevanten Aspekt der AAP angelangt. Denn wenn wir im Spannungsfeld von Stimme und Person arbeiten, ist eine besondere kommunikative Sensibilität auch in unserer Wortwahl unabdingbar.

Bereits im Jahre 2005 formulierten wir in der Internationalen Vereinigung für Atemrhythmisch Angepasste Phonation, deren Präsident ich von 2003 bis 2012 war, ethische Anforderungen an AAP-Trainierende. Ganz im Sinne von Carl Rogers soll die Arbeit im Rahmen der AAP Authentizität, Empathie und Akzeptanz gegenüber Mitmenschen erkennbar werden lassen. Im Sinne der AAP soll sich in besonderer Weise der Respekt gegenüber der Individualität und der gewachsenen Persönlichkeit jeder Kommunikationspartner*in widerspiegeln. Das schließt eine besondere Sensibilität gegenüber persönlichen und gesellschaftlichen Faktoren und Einflüssen ein.

Wir wollten damals verhindern, dass die höchst wirkungsvollen Einflussmöglichkeiten in der Anwendung der AAP missbräuchlich, voreingenommen und diskriminierend eingesetzt werden könnten. Es ging und geht uns um die Würde und Integrität des Menschen.

AAP – Respekt und Verantwortung

Nun gibt es ja immer unterschiedliche Interpretationen derselben Grundlagen und individuelle Schwerpunkte, die aus der jeweiligen Kommunikationsbiographie erwachsen. So werden manche Menschen einen besonderen sprecherischen Gewinn darin erkennen, die eigenen Gefühle deutlicher als gewohnt zum Ausdruck zu bringen. Sie werden das dann sicherlich als befreiend erleben. Andere werden ihre sehr gefühlsgeleitete Kommunikationsweise im Hinblick auf die Verletzlichkeit ihrer Kommunikationspartner*innen verantwortungsvoll neu ausbalancieren müssen.

Horst Coblenzer hat lange gewirkt, hat Vieles Vielen hinterlassen. Aus mündlichen Äußerungen und Schriften lassen sich erfahrungsgemäß alle möglichen Interpretationen irgendwie legitimieren.

In aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen wird beim Sprachgebrauch oft der einschränkende, beengende Charakter der so genannten „political correctness“ betont. Es gibt nun Kolleg*innen, die aus Horst Coblenzers häufiger Forderung nach unverstelltem, gefühlsgetragenem Sprechen die Berechtigung ableiten, Ausdruck und Wortwahl ohne Rücksicht auf die Kommunikationspartner*innen zu nutzen – einschließlich des Gebrauches eindeutig diskriminierender Begriffe. Und das alles, um „sich den Mund nicht verbieten lassen“ zu wollen.

Von einer solchen missbräuchlichen Interpretation der AAP distanzieren wir uns deutlich.
Keine „Befreiung“ der eigenen Gefühle rechtfertigt die Verletzung anderer.

Für Respektlosigkeit, Ausgrenzung, Diskriminierung ist bei uns kein Platz.

Stimmtipps fürs Homeoffice

Durch die Corona Pandemie arbeiten mehr Menschen im Homeoffice. 

Seitdem suchen vermehrt Menschen Hilfe für ihre Stimmbeschwerden in logopädischen Praxen. Durch zahlreiche Telefon- oder Videokonferenzen entstehen viele Stimmprobleme wie Verspannungen, Druck- oder Kloßgefühl im Hals und auch Heiserkeit. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Die Stimmexperten der deutschen Vereinigung für Atemrhythmisch Angepasste Phonation geben Ihnen Tipps, wie Sie diese Beschwerden vermeiden können:

1. Machen Sie es sich bequem. Richten Sie sich einen Steharbeitsplatz ein, das geht mit einem Laptop ganz leicht auf einem Bücherstapel oder Holzkästchen. Vielleicht lohnt auch die Investition in eine “professionelle” Lösung. 

2. Wenn sitzen, dann mit geradem Rücken. Gewicht auf beide Sitzhöcker verteilen.Das Sitzen auf einem flexiblen Ballkissen hält Ihren Körper in Bewegung.

3. Denken Sie an Bewegung. Nutzen Sie die Stummphasen in der Konferenz, um sich im Raum zu bewegen und aufzustehen oder auch mal aus dem Fenster zu gucken. Kreisbewegungen mit der Hüfte auf der Sitzfläche bringt dem Körper auch schon eine veränderte Haltung. Sie „rosten“ dann nicht ein.

4. Vermeiden Sie den sogenannten WC-Entenhals (also das Abknicken der Halswirbelsäule im Nacken, das Kinn ist dabei zu weit nach vorne gestreckt). Eine angespannte Nackenmuskulatur wirkt sich negativ auf die Stimme aus.

5. Wenden Sie den Blick zwischenzeitlich vom Bildschirm ab, damit der Atem wieder richtig fließen kann. Zuviel Fixierung im Blick lässt den Atem stocken.

6. Achten Sie auch bei Tonproblemen darauf, nicht zu laut oder zu druckvoll zu sprechen. Meistens liegt es an der Technik und nicht an Ihrer Sprechlautstärke, und technische Probleme brauchen technische Lösungen.

7. Nutzen Sie ein Headset, das verbessert die Tonqualität und verschafft Ihnen mehr Bewegungsfreiraum. Wenn Sie Ihre eigene Lautstärke dabei schlechter einschätzen können, so versuchen Sie folgenden Trick: Eine Seite der Kopfhörer hinter das Ohr schieben, so dass das Ohr etwas nach vorne kommt, so reguliert sich die eigenen Sprechlautstärke automatisch.

8. Wie im richtigen Leben auch mal befreit auflachen, dem Gegenüber deutlich zeigen, dass man verstanden hat. Es besteht manchmal die Neigung, online mit “Kaninchenblick” in die Kamera zu sehen. 

9. Achten Sie auf eine angemessene Kleidung, in der Sie sich auch wohlfühlen. Homeoffice ist auch eine Arbeitssituation.

10. Statt mit Nachdruck deutlicher werden zu wollen, um sich „durchzusetzen“ oder zu Wort zu kommen, die Gestik benutzen. Winken, statt brüllen!

11. Lächeln entspannt und baut eine freundliche Beziehung zu den Anderen auf.

12. Achten Sie beim Sprechen doch einmal auf die Wortendungen und legen Sie mehr Energie auf die Konsonanten.

Wenn Sie Ihre Stimme trainieren möchten, so besuchen Sie einen unserer Schnupperworkshops, die es zur Zeit auch als Onlineworkshop gibt oder arbeiten Sie mit unseren AAP- Übungskärtchen.

World Voice Day- Lesung in Zeiten von Corona

“Hallo Ihr Lieben,

heute ist der 16. April, das heißt es ist World Voice Day. Und Ihr wisst, dass wir normalerweise Workshops anbieten, Lesungen veranstalten. Wir gehen in die Schulen, um an diesem besonderen Tag, etwas über Stimme zu erzählen und Stimme erfahrbar zu machen. Natürlich ist in diesem Jahr alles ein bisschen anders.

Wir haben uns also spontan entschlossen, dass wir in diesem Jahr etwas für Euch lesen wollen.”

Zum World Voice Day liest Nicola also heute einen Auszug aus dem Buch: “Die Pest” von Albert Camus. (mehr …)

16. April – Tag der Stimme

Die Tonerzeugung, oder Stimmbildung, findet in unserem Kehlkopf statt.

Dort liegen die Stimmlippen.

Doch der Kehlkopf kann noch einiges mehr!

Vielen Abläufen in unserem Körper schenken wir keine große Aufmerksamkeit. Sie passieren einfach. So auch das Schlucken.

Das geschieht durchschnittlich 2000 Mal am Tag. Speichel und Nahrung werden so in den Magen befördert.

Somit hat der Kehlkopf mehrere Aufgaben zu erfüllen.

Im Folgenden Beitrag finden Sie Lesens- und Hörenswertes über seine Evolution, die Anatomie und den physiologischen Zusammenhang zwischen Atmung und Stimmgebung.

Hier geht es zum Beitrag:

https://br.de/s/2rO2OdW

PS: In dem Artikel werden Formulierungen zur Atmung verwendet, die wir aus unserer Sicht anders beschreiben. Schauen Sie doch einfach nach:

www.aap-online.de/Konzept/Wirkunskreise/Atmung

Torsten Schröder, April 2020

Foto: Pirmin Leis Photographie

Kopfstellung und Stimme

Eine Übung zum Mitmachen und Ausprobieren. AAP®-Trainerin Anja Sportelli leitet die Übung “Kopfstellung und Stimme” an. Im Eigenversuch kann jeder für sich herausfinden, wann die Tonproduktion am leichtesten funktioniert und die Stimme den besten Klang entwickelt. Wie im Video gut zu hören ist, wird der Klang besser, wenn der Kopf mittig und gut ausbalanciert aufsitzt. Nur dann befinden sich die Kehlkopfmuskeln in Balance, die Stimmlippen können ungehindert schwingen.

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